FLIZ "ZWEI TAGE IM AUGUST" + "DAS JAHR 1945"
KARL GASS (DDR 1981 + 1985)

 

Mo. 10.2.2003 20:00 Kino Gotthard Zug

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2 CH-Premieren!


„Das Jahr 1945"

Ein Film von Karl Gass

Buch und Regie Karl Gass
Musik Wolfgang Schoor
Kamera Dieter Kühne
94 Min.
s/w
35 mm
DDR 1985

Das Jahr 1945 wird uns hier in Krieg und Frieden auf neue Weise nahegebracht. Es wird gezeigt, in welcher Situation sich die deutsche Bevölkerung befand - Mittäter, Gegner und Antifaschisten, wie viele Opfer dieser wahnsinnigste und verbrecherischste aller Kriege forderte, vor allem von der Sowjetunion. Der Film ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Grundfragen.Er zeigt die Rolle der Kommunisten in dieser Zeit und macht verständlich, wie der Weg eines antifaschistisch-demokratischen neuen deutschen Staates sein konnte und mußte (Progress-Filmverleih).

 

und als Vorfilm:

"ZWEI TAGE IM AUGUST"
Rekonstruktion eines Verbrechens

Ein Film von Karl Gass und und Uwe Zeising

Mitarb.: Franziska Anders
28 Min.
s/w
35 mm
DDR 1981
Hintergründe der Atombomenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945


Von Karl Gass (*1917), dem Vater der Dokumentaristen, haben wir 2 Filmen ausgewählt, die das Geschichtsrad zurückdrehen auf die Zeit vor 58 Jahren, nahe dem ‚Punkt Null', wie es heisst, in Russland, Deutschland – was und wie die "Siegermächte" dachten und handelten.
Zwei Tage im August" beschäftigt sich mit den Machenschaften um die Atombombe. Was alles ins Kalkül gezogen wurde im entscheidenden Jahr, das ergibt in Karl Gass' Film durchaus eine andere Perspektive: wie Albert Einstein den Präsidenten Roosevelt brieflich bat, die Atombombe nicht einzusetzen, der aber gerade gestorben war und ihn deshalb dieser Brief nicht erreichte. Truman, sein Nachfolger hielt es mit der Taktik, Russen gegen Deutsche auszuspielen und ‚danach' dem jeweils Unterlegenen zu helfen. Es war natürlich auch ein Druckmittel gegen Russland; dann der 1. Atombombentest in Los Alamos, ein halbes Jahr später fiel die Atombombe in Hirsoshima, 3 Tage später die auf Nagasaki...warum?
Das Jahr 1945" . die letzten 128 Tage des 2.Weltkrieges: sowjetische Soldaten überqueren die Oder, Hitler hält seine letzte Rede, Amerikaner und Engländer sind bereits auf dem Vormarsch, Russen überqueren am 12.Januar die Grenze –der Krieg kehrt heim, die ersten Konzentrationslager werden befreit, In Jalta treffen sich die Siegermächte, 13.Februar wird Dresden bombardiert, das voller Flüchtlinge ist; 30 000 oder 300 000 Tote? In Frankfurt bewaffnen Wehrmachtsoffiziere den Volkssturm: Kinder in Uniform! Goebbels redet in Görlitz von einer Offensive? April: Amerikaner in Jena, Buchenwald befreit sich selbst mit Hilfe der Amerikaner, Marsch der Einwohner Weimars (gezwungen durch die Amerikaner) nach Buchenwald zur Besichtigung. Im Odergebiet gibt es immer noch „Heldentaten" der Deutschen. 15.April: sowjetische und amerikan. Truppenbegegnung an der Elbe –grosses Fest. 16.April-Beginn des Hauptschlages gegen Berlin, Führergeburtstag: Ruinen und Strassen werden geschmückt. Kampf um jedes einzelne Haus. Die Kommunisten kehren zurück. 30.April: Sebstmord Hitlers und Goebbels samt Familie. 1.Mai Döniz-Nachfolger Hitlers ruft in Flensburg zum Weiterkämpfen auf. 8.Mai bedingungslose Kapitulation, 55 Millionen Tote. Friede in Europa. 14.Mai : Aufräumungsarbeiten beginnen, 21.Mai erscheint die Berliner Zeitung.
Karl Gass

*1917 in Mannheim, studierte nach einem kaufmännischen Voluntariat Betriebs-und Volkswirtschaft in Köln. Nach dem Krieg und britischer Kriegsgefangenschaft Ende 1945 Wirtschaftsredakteur beim NWDR /Köln. Nach Angriffen auf seine politische Haltung übersiedelte er 1948 nach Berlin, war dort Leiter der Wirtschaftsredaktion, Kommentator und Reporter beim Berliner Rundfunk, später Texter und Autor von Dok.Filmen und der Wochenschau „Der Augenzeuge". Regisseur im Defa-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, Leiter der Regieklasse für Dok.filme, Gastdozent auf der Hochschule für Filmkunst Babaelsberg, Mitbegründer der Int. Leipziger Dok - und Kurzfilmwoche. In seinen Dokumentarfilmen spielen die Auseinandersetzung mit geschichtlichen und politischen Ereignissen die Hauptrolle. Sein Lebenswerk umfasst 121 Filme, Reportagen, Portraits und historische Dokumentationen. Seine Filme wurden gefeiert und bekamen viele Auszeichnungen. Dass manchem SED-Funktionär die ungeschminkten Reden der Arbeiter in den Filmen zu weit gingen, erfuhren nur Insider. In den 80er Jahren beschäftigte er sich mehrheitlich mit geschichtlichen Themen. Sein Film „Das Jahr 1945" hatte mit über 2 Millionen Besucher die grösste Resonanz. Karl Gass hat auch als „Antipreusse" zur Geschichte Preussens etliche Bücher verfasst.

Karl Gass ist anwesend!