FLIZ AUGENLIED
MISCHKA POPP und THOMAS BERGMANN (CH 2003)

 

Mo. 8.3.2004 20:00 Kino Gotthard Zug
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AUGENLIED

Ein Film von Mischka Popp und Thomas Bergmann
BRD 2003

CH-Premiere

Regie/Buch: Mischka Popp und Thomas Bergmann
Kamera: Andreas Höfer
Darsteller: Günther Wieland, John M. Hull, Nuria del Saz, Stefan Demeter, Renata Wojewoda, Pjotr Tarasewicz, Janis Wega, Tamara Kurenkowa, Natascha Pilugin, Oleg Pilugin, Reinhard Riemer, Neslihan, Malik, Dilan

Länge: 90 Min

Verleih: GMfilms

Sieht jemand, der nicht sieht, nichts? Blindheit ist für Sehende faszinierend. Und erschreckend. Und unvorstellbar. Wie sehen Blinde die Welt? Wir haben eine Reise durch Europa gemacht. Und ganz unterschiedliche Menschen getroffen. Alle sind blind. Ein Film mit Blinden. Aber er handelt vom Sehen. Vom Sichtbaren und Unsichtbaren. Vom Hören, vom Riechen. Von Schönheit und vom Schrecken. Von Träumen. Von der Wahrnehmung der Welt mit allen Sinnen. Ein Film über uns. Über unsere Netzhaut, unsere Wahrnehmung. „Sehende, scheint mir, sehen wirklich nicht sehr viel,“ sagt John Hull in unserem Film. Und lacht. Und erzählt uns eine Traumgeschichte, wild und wüst. Alle Blinden sehen. Aber nicht wie wir. John Hull hat ein Buch geschrieben über seinen Weg in die Blindheit, das schönste, das wir kennen. John ist der Erzähler in unserem Film. Er hat uns die Augen geöffnet für die Welt der Blinden. Und für die Welt der Sehenden. „Gucklinge“ nennen uns die Blinden.

Geschichten:

- vom alten Mann, der mit 19 blindgeschossen und von drei Frauen geliebt wurde. Der es liebt, aufs Eis zu gehen.

- von der jungen Frau in Spanien, die uns Bilder ins Haus bringt, die sie nie sieht.

- vom Professor in England, der ein Dichter ist und ein Reiseführer fürs Unsichtbare.

- von drei Musikern in Polen, für die Spielen und Leben dasselbe ist.

- von der jungen Mutter, die sagt: „Zum Glück bin ich blind.“

- von dem Mann in Russland, der die Idee hatte, die Literatur zu retten. Und von der Frau mit den magischen Händen.

- von drei Kindern, die uns in eine Welt mitnehmen, wo das Sehen keine Rolle spielt. Und wir erfahren, warum die Könige die Vielen sind, und die Sklaven die Wenigen.

- von dem Mann, der einen Sehenden spielt und den Schrank voller Puppen hat.

„Augenlied“ ist ein Film über den Verlust. Und ein Film über den Reichtum. Ein Reichtum, der -- wie verborgen auch immer -- in uns allen ist. Plötzlich, mitten in Frankfurt, sagt Janis, die blinde Mutter: „Ich rieche den Wind vom Meer.“ Und John, der Professor aus England, weiß die Antwort auf die Frage: Warum küßt man mit geschlossenen Augen?

Mischka Popp und Thomas Bergmann GMfilms

Mischka Popp und Thomas Bergmann werden anwesend sein