FLIZBAMAKO
Abderrahmane Sissako (Mali 2006)

 

Mo. 7. Mai 2007 20:00 Kino Gotthard Zug

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BAMAKO

ein Film von ab Abderrahmane Sissako

Mali 2006, Format 1:1.85, 35 mm, 115min,
Französisch/Bambara, UT d/e

Auszeichnungen Grand Prix du Public du festival Paris Cinéma 2006 Cannes 2006, Sélection officiel, hors compétition Grand Special Jury Prize, Carthago 2006

Drehbuch: Abderrahmane Sissako
Montage: Nadia Ben Rachid
Musik: Ludovico Einaudi, Ballaké Sissoko
Kamera: Jacques Besse
Ton: Christophe Winding
Ausstattung: Mahamadou Kouyaté
Kostüme: Maji-da Abdi
Cast:
Aïssa Maïga (Melé)
Tiécoura Traoré (Chaka)
Hélène Diarra (Saramba)
Habib Dembélé (Falaï)
Djénéba Koné (Chaka's Schwester)
Hamadoun Kassogué (Journalist)
Hamèye Mahalmadane (Gerichtspräsident)
Aïssata Tall Sall (Anwalt)
William Bourdon (Anwalt)
Roland Rappaport (Verteidiger)
u.v.a.

Der Innenhof eines Wohnhauses in Bamako, der Hauptstadt von Mali: Frauen färben Tücher, ein Paar streitet sich, ein junger Mann liegt krank in einem der angrenzenden Zimmer, Kinder kommen und gehen. Und mittendrin Männer und Frauen in Roben, Richter in einem Prozess, den die Bevölkerung gegen den Internationalen Währungsfond und die Weltbank anstrengt.

"Es mag auf den ersten Blick wie eine haarsträubende Idee erscheinen: Abderrahmane Sissako verlegt ein Tribunal gegen die Mächtigen dieser Welt nicht etwa nach New York oder Brüssel, wo man sonst internationale Gerichtsverfahren erwarten möchte, sondern nach Mali, eines der ärmsten Länder Afrikas. Doch der Regisseur verweigert sich der Logik dieser Weltordnung, begibt sich nicht zum Sitz der Entscheidungsträger, zum Sitz der Angeklagten, sondern dahin, wo die Ankläger leben, die tagtäglich die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftspolitik zu spüren bekommen. Mit formaler Strenge, aber ohne didaktischen Impetus inszeniert der Weltbürger Sissako – in Mauretanien geboren, in Mali aufgewachsen, in Moskau studiert und in Paris lebend – im Haus seines kürzlich verstorbenen Vaters diesen fiktiven Prozess von Arm gegen Reich. Vom einfachen Bauern bis zum Anwalt kommt jeder zu Wort, bezeugt die Auswirkungen der internationalen Finanzpolitik und die Korruption manch eines Staatschefs. Die Richter und Anwälte in „Bamako“ üben auch im richtigen Leben diesen Beruf aus, manche Schauspieler sind Profis, und andere wiederum Verwandte des Filmemachers, die auch außerhalb der Dreharbeiten in diesem Haus leben."
(Text cinefacts, Sarah Mersch)

als Gast Ruedi Küng, Afrikakorrespondent Radio DRS