Madeinusa
Claudia Llosa (Peru/Spanien 2006)

 

Mo. 6. November 2006 20:00 Kino Gotthard Zug
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MADEINUSA

ein Film von Claudia Llosa

35mm, color, 1:1.85, 98min, Spanisch, UT d/f

Auszeichnungen:
International Critics Award, Rotterdam 2006
Argentina Film & Cinematography Industry Award Mar del Plata Film Festival 2006 Best Film Award
Festival de Cine Espanol de Malaga 2006
Nomination Oscar 2007

Drehbuch Claudia Llosa
Montage Ernest Blasi
Kamera Raul Pérez Ureta
Ton Albert Manera
Ausstattung Eduardo Camino
Kostüme Leslie Hinojosa Cortijo
Produktion Wanda Vision
Cast: Magaly Solier, Yiliana Chong, Carlos Juan De La Torre, Juan Ubaldo Huamán

Verleih: trigon-film

Der Titel des Films wird nicht englisch gesprochen, wie die Bezeichnung für Produkte, die aus den Vereinigten Staaten kommen, sondern spanisch als ein Wort und gleichzeitig Vorname für die Hauptdarstellerin: "ma-dei-nusa". Madeinusa eine gängiger Name in Peru. Ein, wenn auch kleines, Indiz für den Einfluss der Moderne auf die jahrhundertealten indigenen Traditionen, die Claudia Llosas Debutfilm zeigt.

Für das kleine Dorf in der Zentralcordillere Perus, in dem das Mädchen Madeinusa ein von Traditionen bestimmtes, abgeschiedenes Leben führt, wählte Claudia Llosa den Namen "Manayaycuna", was auf Quechua "eingeschlossenes Dorf" bedeutet. .

Wie jedes Jahr feiert das Dorf die "Semana Santa" (Heilige Woche) in höchst ausgelassener Weise: Während der Zeit bis zum Sonntag der Wiederauferstehung gibt es nämlich keine Sünden und alles ist erlaubt. Nach katholischem Glauben ist Jesus tot und kann demnach keine der verübten Sünden sehen.

Madeinusa wird in diesem Jahr während eines Festaktes zur "Heiligen Jungfrau" gekürt, doch die Ankunft eines fremden jungen Mannes aus Lima stört die Festlichkeiten und bringt Unruhe ins Dorf.

Mit dokumentarischem Blick beobachtet Claudia Llosa den Alltag der DorfbewohnerInnen, zumeist LaiendarstellerInnen, und mischt erfundene Traditionen mit wahren Ritualen, um die Trennung von Realität und Fiktion aufzuheben. Mit dieser Annäherung an eine synkretistische Kultur liefert die Regisseurin einen authentischen Beitrag zu den Widersprüchen, mit denen sich die Indigenas nach der Ankunft der Spanier und dem Export ihrer Religion konfrontiert sahen.

Überzeugende Bilder und eine durchwegs gute Besetzung sorgen dafür, dass die an der Grenze zum Absurden geratende Handlung authentisch wirkt.

Claudia Llosa ist anwesend