FLIZ MUTTER
Miklós Gimes (CH 2002)

 

Mo. 9.8.2004 20:00 Kino Gotthard Zug
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Merkblatt zur ungarischen Geschichte

4.-8. Jahrhundert: Besetzung durch die Hunnen (Attila), 796 Karl der Grosse

896 Landnahme der 7 Stämme unter Führung von Fürst Arpad (vom Ural)

997-1038Gründung des ung. Staates durch Stephan I.; Christianisierung.

Im 11. Jahrhundert kommt hinzu: die Slowakei, Königreich Kroatien, Dalmatien, Bosnien, später Siebenbürgen. 1341-42 Verwüstung durch Mongolen.

Ab 1301 – 1918 nur ausländische Herrscher (Ausnahme Matthias Corvinus I,, der Mähren, Schlesien, die Lausitz, Niederösterreich und Teile Kärntens zu Ungarn bringt) Unter Wladislaw II. Erbansprüche der Habsburger (Ferdinand I.) Dabei zerfällt Ungarn in 3 Teile, der Osten gehört zum osmanischen Reich. 1663/64 Schlacht-Niederlage der Türken bei Szentgotthard.

1669-71 „Magnatenverschwörung"; ungarische Grossgrundbesitzer verbinden sich mit den Türken gegen die Habsburger. 1683 –99 grosse Türkenbelagerung von Wien. 1699 Abzug der Türken aus ganz Ungarn. 1687 Reichtag von Pressburg: Anerkennung des Erbfolgerechts der Habsburger (männliche Linie).

1703 –11 „Kurutzenaufstand" gegen die Habsburger wird niedergeschlagen. 1716-18

Prinz Eugen von Savoyen erringt mehrere Siege über die Türken, erobert Belgrad, das Banat fällt an die Habsburger zurück.

1740-80 Maria Theresia Ansiedlung von Bauern aus Süddeutschland (Schwaben) in den durch die Türkenkriege entvölkerten Gebieten, politische Reformen.

1780-90 Joseph II ersetzt latein durch deutsch, beseitigt Leibeigenschaft und löst Orden auf. Der Adel wehrt sich und macht alles teilweise rückgängig. 1792-1835 Franz I. 1815- 48 Reformzeitalter: zahlreichre Wirtschaftsreformen unter Graf Szechenyi, unter Kossuth grössere Rechte für Bürger/Bauern. Ungarisch wird Staatsprache

1848/49 Aufstände gegen die Habsburger. Kossuth erklärt kurzfristig Ungarn für unabhängig. Franz Josef I. behauptet mit Hilfe russischer Truppen die Habsburger Herrschaft. 1867 „Ausgleich" mit dem Hause Habsburg-Lothringen: Doppelmonarchie Österreich-Ungarn entsteht: das Staatsoberhaupt ist Kaiser in Wien und König in Ungarn. 1918: nach dem militärischen Zusammenbruch des 1. Weltkriegs wird die Republik ausgerufen.

1919 Machtergreifung der Kommunisten unter Bela Kun; Räterepublik, die nach ein paar Monaten wieder aufgelöst wurde, unter Admiral v. Horthy wieder apostolisches Königreich. 1920: Friedensvertrag von Trianon: Ungarn verliert Siebenbürgen an Rumänien, die Slowakei und Teile von Oberungarn an die Tschechoslowakei, das Burgenland an Österreich, und Teile von Südungarn sowie Kroatien an Jugoslawien. Einführung von antisemitischen Gesetzen!

1938 Anlehnung an Hitler-Deutschland, 1941 Kriegseintritt gegen die Sowjetunion und Westmächte.

1944 Besetzung durch deutsche Truppen, eine prov. Regierung erklärt Deutschland den Krieg und schliesst mit der UDSSR einen Waffenstillstand.. 44/ 45 Besetzung durch die Russen

1949 Verfassung der ungarischen Volkrepublik (durch Terror und Wahlfälschung). Unter Matyas Rakosi eine stalinistische Diktatur: radikale Verstaatlichungen und Kollektivierungen der Landwirtschaft, einseitige Investitionen in die Schwerindstrie, Arbeitslager nach sowjetischen Muster. Schauprozesse nach russischem Muster!

Stalins Tod 1953 Imre Nagy (Reformkommunist) neuer Ministerpräsident, Rakosi blieb Parteichef und führte sofort wieder stalinistische Methoden ein, wurde jedoch Juli 56 abgesetzt, schwelender Unmut über die Diktatur. 23.Okt. 56 Eskalation –zuerst in Polen-, dann in Ungarn, ausgehend von Studenten; Massenversammlung von mehreren 100 000 Menschen für die Reformbewegung. Landesweiter Aufstand. Zuerst griffen sowjetische Truppen ein, Imre Nagy wird mit einer Regierungsbildung betraut, die Russen ziehen sich an die Grenzen zurück. Janos Kadar wird Generalsekretär, verkündet den Sieg der Revolution, führt das Mehrparteiensystem ein. Die Einrichtungen des kommunistischen Machtapparates hatten sich aufgelöst. 30. Okt. Deklaration über die „Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten von sozialistischen Bruderländern" bereitet die UDSSR eine neue Invasion vor. 1. Nov. verkündet Nagy den Austritt Ungarn aus dem Warschauer Pakt, am 4. Nov. griffen die sowj. Truppen Budapest und andere Städte an und schlugen den Aufstand nieder., Nagy flüchtete und Janos Kadar wurde als Ministerpräsident eingesetzt.

Die Ereignisse von 1956 wurden zur „Konterrevolution" erklärt, deren Ausbruch auf dogmatische Stalinisten, die Revisionisten um Nagy, das imperialistische Ausland, sowie inländische „reaktionäre Kräfte" zurückzuführen sei. Meldung des ung. Justizminsteriums 17.6.58: Imre Ngy, Pal Maleter (Vert.minister), Miklos Gimes und Josef Szilagyi hingerichtet. Die neugegründete Partei MSZMP wurde zur „Retterin des Volkes" erklärt. Das galt als Legitimationsbasis bis 1989 für die Alleinherrschaft der neuen KP unter Kadar. Vorsichtige Reformen (Privatbesitz, Auslandsreisen)und die spez. Eigenart der Ungarn ist auch unter „Gulaschkommunismus" bekannt geworden oder „Die lustigste Baracke" des Sozialismus" und „Der Witz, der über Katastrophen tanzt"......