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Oltre il Confine Ein Film von Rolando Colla CH / I 2002, 35 mm 104 Min, Farbe, MAX OPHÜLS – PREIS 2002 Regie Regie,
Idee: Rolando Colla Rolando Colla hat bereits mit seinen Kurzfilmen Einspruch I und Einspruch II zwei prägnante Statements zur europäischen Asylpolitik vorgelegt (Einspruch III ist in Arbeit). Mit „Oltre il Confine" zeigt er nun eine Ausweitung der untersuchten Zone, in deren Zentrum die Auswirkungen von Krieg im Allgemeinen stehen. Turin
1993: ein alter Soldat liegt in einem Veteranenheim im Sterben. Agnese,
seine Tochter, eine erfolgreiche Architektin, wird, da sie kurzfristig
nicht erreichbar ist, am Krankenbett vom bosnischen Flüchtling Reuf vertreten.
Als Agnese am nächsten Morgen kommt, wird Reuf, der in Italien ohne Papiere
versteckt lebt, verhaftet. Agnese hätte zwar lieber nichts mit Flüchtlingen
zu tun, aber aus schlechtem Gewissen verhilft sie Reuf zur Flucht aus
seiner Zelle, nimmt ihn bei sich auf und verliebt sich in den wortkargen,
kriegsgeschädigten Mann. Reufs Sorgen konzentrieren sich auf seine kleine
Tochter Ada, die er auf der Flucht in einem Kinderkrankenhaus in Split
zurücklassen musste. Agnese macht sich auf den Weg in das umtobte Bosnien,
der sie immer mehr in die eigne Vergangenheit zurückführt und schliesslich
verhilft ihr die Begegnung mit dem traumatisierten Kind zur eigenen Erinnerung,
als der psychisch zerrüttete Vater vom Krieg zurückkehrte. Die Essenz
liegt für Colla darin, dass durch Krieg verursachtes individuelles Leid
durch Verdrängen und kollektiven Schmerz ein Grund dafür ist, dass sich
Kriege mit einer perversen Selbstverständlichkeit in unvermeidlicher Regelmässigkeit
immer wiederholen. Aber nicht der Krieg ist a priori wichtig, sondern
der von den Kriegserlebnissen überschattete Neubeginn nach einem Krieg.
Wo und wie gehen die Menschen aufeinander zu, das Thema der Flüchtlinge
ist aktueller denn je, die Asylpolitik steht unter Druck. Und es wird
zuviel auf Panikmache gesetzt. Rolando Colla: *1957 in Schaffhausen als Sohn italienischer Gastarbeiter. Seit 1978 lebt und arbeitet er in Zürich, zunächst als Drehbuchautor, Schauspieler und Produktionsleiter in den Filmen seines Zwillingsbruders Fernando Colla.. Seit 1983 ist er Drehbuchautor und Regisseur von Auftragsfilmen, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. 1984 gründete er zusammen mit Peter Indergand die Produktionsgesellschaft Peacock AG. 1985 schloss er das Studium der Germanistik und Romanistik mit dem Lizenziat an der Uni Zürich ab. Seit 2 Jahren ist er Mitglied des Verbandes Filmregie und Drehbuch Schweiz.
Filmographie: Anna Galiena ist Theater- und Filmschauspielerin; seit 1978 Theater, seit 1986 Film, mit Auszeichnungen in beiden Sparten. Senad Basic ist seit 1983 Theaterschauspieler. Seit 15 Jahren spielt er regelmässig in den Produktionen des „Chamber Theater 55", seit 1995 auch beim Sarajewo National Theater. Elena
Pedrazzoli, seit 1991 Mitinhaberin der Peacock AG (von Rolando Colla und
Peter Indergand gegründet), die seit 1985 mehr als 300 Werbe - und Auftragsfilme
produziert haben. Heute Verwaltungsratspräsidentin der Peacock AG und
Geschäftsführerin der GmbH, die seit 1996 für die Produktion unabhängiger
Projekte gegründet wurde.
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