Tangos - el exilio de Gardel
Fernando E. Solanas (F/Arg 1985)

 

Mo. 13. August 2007 20:00 Kino Gotthard Zug
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TANGOS - EL EXILIO DE GARDEL

Ein Film von Fernando E. Solanas

F/Arg 1985 | 121 Min | 35 mm | Farbe| 1:1.85 | SP, UT d/f

Drehbuch, Regie: Fernando Solanas
Montage: Luis César D'Angiolillo, Jacques Gaillard
Musik: Astor Piazzolla
Kamera: Felix Monti
Produktion: Cinesur

Auszeichnungen: Prix special du Jury Venise en 1985.

DarstellerInnen:
Marie Laforêt: Mariana
Philippe Léotard: Pierre
Miguel Ángel Solá: Juan Dos
Marina Vlady: Florence
Lautaro Murúa: Gerardo
Georges Wilson: Jean-Marie
Fernando Solanas: Angel

Der Argentinier Fernando Solanas hat die Filmgeschichte seines Kontinents geprägt und mit seinem frühen Filmmonument «La hora de los hornos» (Die Stunde der Hochöfen) ein epochales Werk gestaltet und seine Filmerkollegen zu Widerstandskraft ermutigt.

Der Film "Tangos - el exilio de Gardel" stammt aus den achziger Jahren. Ein Film der Sehnsucht, des Tanzes, des Tangos, der Liebe und des Heimwehs. Er kann in einer neuen Kopie genossen werden.

Eine vom Militärputsch 1976 ins Pariser Exil vertriebene argentinische Tanzgruppe probt in diesem Spielfilm eine "Tanguedia", eine zu Astor Piazollas Tango-Klängen getanzte, melancholische Erzählung, eine elegante Einführung in die Gefühlswelten des Exils. Musikalische Struktur und stilisierte Gestaltung ergeben einen ästhetisch eindrucksvollen Film, dessen Episoden durch hervorragende tänzerische und schauspielerische Leistungen und durch die betörende Tangomusik verklammert werden.

«Tangos» wurde von Fernando Solanas noch im Exil gedreht, in das er vor der Militärdiktatur in seiner Heimat fliehen musste. Er präsentierte den Film damals an der Mostra del Cinema in Venedig, wo er gefeiert wurde als eines der grossen Werke zum Thema Exil. Solanas skizziert mit inszenatorischer Eleganz und dem wunderbaren Astor-Piazzola-Score die emotionalen Widersprüche des Exils. Der Tango ist omnipräsent, nicht nur auf der Tonspur, wo Piazzolas unvergängliche Bandoneonklänge erklingen, nein auch im Bild. Die Kamera bewegt sich, als würde sie zum Tango antreten, gleitet, hält inne und fest. Sie lässt uns spüren, wie sehr da die Kunst und das Leben zu einem verschmelzen und am Seineufer oder in den Jugendstildekors von Paris ein Stück argentinischer Heimat evozieren. Wie kann man mit zuhause in Berührung kommen, ohne da zu sein, ist eine der zentralen Fragen. Und eine unmissverständliche Antwort lautet: Über die Kultur, über das, was uns verbindet und zusammenschweisst, selbst über grosse Distanzen hinweg.

«Tangos» ist ein Augen- und ein Ohrenschmaus.

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