FLIZ VERHÖHR UND TOD IN WINTERTHUR

RICHARD DINDO (CH 2001)

 

Mo.13.5.02 20:00 Kino Gotthard Zug

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VERHÖR UND TOD IN WINTERTHUR
von Richard Dindo
nach dem Buch von Erich Schmid mit Bildern von Aleks Weber

Regie: Richard Dindo
Kamera: Pio Corradi, René Baumann
Ton: Martin Wirt
Montage: Rainer M. Trinkler, Richard Dindo, Georg Janett Mitwirkende: Anna-Maria Weber, Robert 'Popper' Schneider, Reynald 'Sirop' Braun, Richard Vetterli, Rudolf Friedrich (Alt-Bundesrat), Eugen Thomann (ehem. stellvertretender Polizeikommandant), Dieter Egg (Gefängnisaufseher), Mutter: Annemarie Spühler, Velofahrerin: Lilly Zach, Freundin: Barbara Sauermost, Gefängnisdirektor: Jürg Bohn, Polizist: Florian Lanz.

In Winterthur, einer kleinbürgerlich verschlafenen Industriestadt, brennen in den 80er Jahren auf einmal Baubaracken, Armeefahrzeuge und Eisenbahnwagen. Dann explodieren Sprengsätze an der technischen Fachhochschule und am Haus des Polizei-und Justizministers Rudolf Friedrich. Im Fadenkreuz polizeilicher Beobachtung liegt eine Jugendszene, die wegen ihrer Radikalität den Bürgerlichen schon lang ein Dorn im Auge war. Am 20. Nov. 1984 schnappt die Falle zu: 30 Jugendliche werden bei der spektakulären Polizeiaktion 'Engpass' aufs Mal verhaftet. Nach einem Monat Einzelhaft erhängt sich Gabi mit dem Kabel eines Tauchsieders in der Gefängniszelle. Fast gleichzeitig erschiesst sich der leitende Ermittler der Bundespolizei mit seiner Dienstpistole.
Das war die Ausgangslage für den Buchautor Erich Schmid, der neben seiner journalistischen Tätigkeit als Mitarbeiter des 'Tagesanzeigers' zu recherchieren begann. Seine Annäherungen an die sogenannten Winterthurer Ereignisse entpuppten sich immer mehr als eine regionale Reise ins Herz der Finsternis. Der Tod des Bundespolizisten und Gabis Gefängnistod hatten nur eine Gemeinsamkeit. Sie standen beide in einem Zusammenhang mit einem anonymen Brief. Je näher Schmid der Wahrheit kam, desto mehr geriet er selber als Angeschuldigter in die Winterthurer Strafuntersuchung und in die Akten des schweizerischen Staatsschutzes. Einen Tag nach Veröffentlichung des Buches "Verhör und Tod in Winterthur" wurde er vom Tages-Anzeiger entlassen. Das Buch wurde ein Bestseller und erscheint nun zusammen mit dem Film von Richard Dindo in der 3. Auflage. Erich Schmid ist ebenfalls engagierter Dokumentarfilmer ( "Er nannte sich Surava", "Meier 19"), und Verfasser von Büchern und Drehbüchern ("Abschied von Surava").

Richard Dindo
italienischer Abstammung, geb. 1944, ist seit über 30 Jahren eine prägende Figur des schweizer Kulturlebens. Er lebt in Zürich und Paris. Durch seine akribischen, emotional engagierten Recherchen wird er auch ein "anwaltschaftlicher Filmer" genannt.
Seine Filme: Die Wiederholung, 1970; Dialog, 1971; Naive Maler in der Ostschweiz, 1972; Schweizer im spanischen Bürgerkrieg, 1973; Die Erschiessung des Landesverräters S., 1975; Hans Staub, Fotoreporter, 1976; Clément Moreau, Gebrauchsgrafiker, 1977; Raimon, Lieder gegen die Angst, 1978; Max Frisch, Journal I-III, 1981; Max Haufler, der Stumme, 1983; El Suizo, eine Liebe in Spanien, 1985; Dani, Michi, Renato & Max, 1987; Arthur Rimbaud, eine Biografie 1990; Charlotte Salomon, Leben oder Theater, 1992; Ernesto "Che" Guevara, das bolivianische Tagebuch 1994; Augenblicke im Paradies, (nach den afrikanischen Tagebüchern von Breyten Breytenbach),1996; Grüningers Fall, 1998; HUG, das Kantonsspital von Genf, 1999; Verhör und Tod in Winterthur, 2001