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VERHÖR UND TOD IN WINTERTHUR
von Richard Dindo
nach dem Buch von Erich Schmid mit Bildern von Aleks Weber
Regie: Richard Dindo
Kamera: Pio Corradi, René Baumann
Ton: Martin Wirt
Montage: Rainer M. Trinkler, Richard Dindo, Georg Janett Mitwirkende:
Anna-Maria Weber, Robert 'Popper' Schneider, Reynald 'Sirop' Braun, Richard
Vetterli, Rudolf Friedrich (Alt-Bundesrat), Eugen Thomann (ehem. stellvertretender
Polizeikommandant), Dieter Egg (Gefängnisaufseher), Mutter: Annemarie
Spühler, Velofahrerin: Lilly Zach, Freundin: Barbara Sauermost, Gefängnisdirektor:
Jürg Bohn, Polizist: Florian Lanz.
In Winterthur, einer kleinbürgerlich verschlafenen Industriestadt,
brennen in den 80er Jahren auf einmal Baubaracken, Armeefahrzeuge und
Eisenbahnwagen. Dann explodieren Sprengsätze an der technischen Fachhochschule
und am Haus des Polizei-und Justizministers Rudolf Friedrich. Im Fadenkreuz
polizeilicher Beobachtung liegt eine Jugendszene, die wegen ihrer Radikalität
den Bürgerlichen schon lang ein Dorn im Auge war. Am 20. Nov. 1984 schnappt
die Falle zu: 30 Jugendliche werden bei der spektakulären Polizeiaktion
'Engpass' aufs Mal verhaftet. Nach einem Monat Einzelhaft erhängt sich
Gabi mit dem Kabel eines Tauchsieders in der Gefängniszelle. Fast gleichzeitig
erschiesst sich der leitende Ermittler der Bundespolizei mit seiner Dienstpistole.
Das war die Ausgangslage für den Buchautor Erich Schmid, der neben seiner
journalistischen Tätigkeit als Mitarbeiter des 'Tagesanzeigers' zu recherchieren
begann. Seine Annäherungen an die sogenannten Winterthurer Ereignisse
entpuppten sich immer mehr als eine regionale Reise ins Herz der Finsternis.
Der Tod des Bundespolizisten und Gabis Gefängnistod hatten nur eine Gemeinsamkeit.
Sie standen beide in einem Zusammenhang mit einem anonymen Brief. Je näher
Schmid der Wahrheit kam, desto mehr geriet er selber als Angeschuldigter
in die Winterthurer Strafuntersuchung und in die Akten des schweizerischen
Staatsschutzes. Einen Tag nach Veröffentlichung des Buches "Verhör und
Tod in Winterthur" wurde er vom Tages-Anzeiger entlassen. Das Buch wurde
ein Bestseller und erscheint nun zusammen mit dem Film von Richard Dindo
in der 3. Auflage. Erich Schmid ist ebenfalls engagierter Dokumentarfilmer
( "Er nannte sich Surava", "Meier 19"), und Verfasser von Büchern und
Drehbüchern ("Abschied von Surava").
Richard Dindo
italienischer Abstammung, geb. 1944, ist seit über 30 Jahren eine prägende
Figur des schweizer Kulturlebens. Er lebt in Zürich und Paris. Durch seine
akribischen, emotional engagierten Recherchen wird er auch ein "anwaltschaftlicher
Filmer" genannt.
Seine Filme: Die Wiederholung, 1970; Dialog, 1971; Naive Maler in der
Ostschweiz, 1972; Schweizer im spanischen Bürgerkrieg, 1973; Die Erschiessung
des Landesverräters S., 1975; Hans Staub, Fotoreporter, 1976; Clément
Moreau, Gebrauchsgrafiker, 1977; Raimon, Lieder gegen die Angst, 1978;
Max Frisch, Journal I-III, 1981; Max Haufler, der Stumme, 1983; El Suizo,
eine Liebe in Spanien, 1985; Dani, Michi, Renato & Max, 1987; Arthur Rimbaud,
eine Biografie 1990; Charlotte Salomon, Leben oder Theater, 1992; Ernesto
"Che" Guevara, das bolivianische Tagebuch 1994; Augenblicke im Paradies,
(nach den afrikanischen Tagebüchern von Breyten Breytenbach),1996; Grüningers
Fall, 1998; HUG, das Kantonsspital von Genf, 1999; Verhör und Tod in Winterthur,
2001
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