Working Man's Death
Michael Glawogger (A/D 2005)

 

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"Tomys Meinung"

WORKING MAN'S DEATH

Ein Dokumentarfilm, den man gesehen haben muss, denn wir können nicht genug oft daran erinnert werden, welch verwöhnte Erdenbürger wir (und die Tiere) hier in der Schweiz sind. Nach diesem Film werden Sie Ihrer Arbeit
wieder etwas lockerer nachgehen. In fünf Episoden wird gezeigt, was andere Menschen an anderen Orten Unglaubliches leisten. Weshalb in der letzten Episode fast zufriedene Stahlarbeiter gezeigt werden und in einem Epilog das stillgelegte Stahlwerk in Deutschland, welches zum Tummelfeld für Teenies geworden ist, habe ich nicht ganz verstanden. Regisseur Glawogger braucht schon nach der ersten Episode nicht mehr hervorzuheben, wie verwöhnt wir sind. Oder will er zeigen, dass sich die Arbeitsbedingungen durch die Globalisierung überall an unseren Standard anpassen werden? Wohl kaum, ich war etwas irritiert. Es ist unfassbar, was Regisseur und Drehbuchautor Glawogger auf diesem Planeten vorgefunden haben. Die Kameraarbeit ist tiptop und John Zorn liefert den perfekten Soundtrack dazu. Zurückhaltend mischt er passende Weltmusik unter die Originaltöne. Auch wenn der Film gut zwanzig Minuten zu lang ist: das muss man gesehen haben! (Wer schon zu Beginn des zweiten Kapitels bei der Opferung der Ziege wegschauen muss oder sonst nicht carnivor veranlagt ist, wird den dritten Teil aussetzen müssen.)

Tomy Ulrich , Kino Zug