Ajami

Scandar Copti & Yaron Shani (Palästina, Israel 2009)

 

Mo. 13. Dezember 2010 20:00 Kino Gotthard Zug

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Ajami

Ein Film von Scandar Copti und Yaron Shani
Palaästina / Israel 2009, 120min, 35mm, Farbe


Regie: Scandar Copti und Yaron Shani
Drehbuch: Scandar Copti und Yaron Shani
Musik: Rabih Boukhari
Kamera: Boaz Yehonatan Yaacov
Ton: Markus Stemler
Ausstattung: Salim Shehade, Ben Shmaya
Produktion: Scandar Copti, Yaron Shani
Schnitt: Scandar Copti und Yaron Shani
SchauspielerInnen:

Fouad Habash -Nasri
Nisrine Rihan - Ilham
Elias Saba - Shata
Youssef Sahwani - Abu-Lias
Abu George Shibli - Sido
Ibrahim Frege - Malek
Scandar Copti - Binj
Shahir Kabaha - Omar
Hilal Kabob - Anan
Eran Naim - Dando Ben David


Ajami [...] ist eine rauhe Gegend in Jaffa, eine hauptsächlich von Arabern bewohnte Stadt in Israel, etwas südlich von Tel Aviv. Das Konfliktpotential hier [...] mag den meisten amerikanischen Zuschauern fremd vorkommen. Doch trägt es eine gewisse Verwandtschaft zu den Straßenzügen, die uns allen gut bekannt sind, letztlich aus Filmen und aus dem Fernsehen: [...] gefährdete Kinder, liebesblinde Halbstarke und unerreichbare Frauen, ruhmreiche Diebesbanden und skrupellose Polizisten, und über allem mächtige Leute, die auf beiden Seiten des Gesetzes stehen. [..]

Scandar Copti, ein israelischer Araber, und Yaron Shani, ein Jude, schrieben das Drehbuch und führten Regie. Der Film gibt eine überaus tiefe Einsicht in die tiefen sozialen Schluchten innerhalb Israles, behandelt sie aber ohne Schelte, Kritik und Sentimentalität. [...]

Einer der Pluspunkte in Ajami, ein sehr grauer und in manchen Facetten sehr schonungsloser Film, ist sein tiefes Eintauchen in den Rhythmus [...] des Alltagslebens in Jaffa und anderswo darüber hinaus. Die zahlenmäßig große Besetzung besteht zum großen Teil aus Laiendarstellern, deren Zuhause Ajami ist. Deren ehrliches, aber auch zurückhaltendes Spiel, kombiniert mit einer sehr mobilen Kameraführung gibt dem Film seine außergewöhnliche Unmittelbarkeit [...], die in manchen Szenen dem Rhythmus einer Dokumentation gleich kommt.

Die Handlung löst sich etwas zu klar und abrupt auf, was eine kleine Enttäuschung ist, so viel chaotisches und schwieriges Leben in zwei Stunden gepreßt. Man verläßt Ajami ein bißchen erschöpft, doch zumeist dankbar für die Herzlichkeit und das handwerkliche Geschick, welches die Macher dem Film zu Teil werden ließen.

(A.O. Scott, New York Times)

als Gast André Marty (ehemaliger Nahostkorrespondent von SF DRS).

Arnold Hottinger, der seine Teilnahme am heutigen Abend schon zugesichert hatte, musste leider aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Wir wünschen ihm gute Besserung!