Roşia Montană

Fabian Daub (D 2012)

 

Mo. 11. 3. 2013, 20:00 Kino Gotthard Zug

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bild adakoun

ROŞIA MONTANĂ

D 2012, OV R, H, E / UT d, colour, DCP-Harddisk, 103 min.

Buch und Regie: Fabian Daub
Aufnahmeleitung: Hans Hedrich
Kamera: Ulf Behrens, Ingo Scheel Ton: Michael Gentner, Robert Fuhrmann, Aaron Figursky, Iris Mayer
Schnitt: Astrid Rieger
Sounddesign: Michael Gentner
Musik: Zarada
Grafik: Iris Mayer
Übersetzungen: Hans Hedrich, Katharina Schulte, Aaron Figursky
Produktion und Verleih: Bildfolge Dokumentarfilm

Was kostet der globale Ausverkauf? Dies bekommen die Bewohner/innen des Westkarpatendorfs Rosia Montana hautnah zu spüren. Hier lässt sich ein kanadischer Großkonzern nieder, der angetreten ist, das größte Goldvorkommen Europas zu heben. Die Mine, die zu Sowjetzeiten in staatlichem Besitz war, wird nun zum Spielball des Kapitalismus. Schnell deutlich wird die Unmenschlichkeit des Projektes: Ein ganzes Dorf würde im Schlacksee versinken und mehr als 2.000 Bewohner/innen laufen Gefahr, ihr Zuhause zu verlieren. Der Abbau involviert den Einsatz hochtoxischen Zyanids – ein Todesurteil für Umwelt und die malerische Landschaft, die in großartigen Bildern und langen Einstellungen porträtiert wird. Deutlich wird ebenfalls die Macht der Manipulation: Nicht nur wird die Opposition in den Medien totgeschwiegen, es werden auch Gesetze durch das rumänische Parlament geändert, um den Goldabbau selbst auf Kosten des Eigentumsrechts der Einheimischen zu begünstigen. Das geht soweit, dass sogar Ambitionen, das Dorf als UNESCO-Weltkulturerbe schützen zu lassen, unterminiert werden. Während die meisten Dorfbewohner/innen den Weg des geringsten Widerstands gehen und sich in eine künstlich hochgezogene Neubausiedlung verfrachten lassen, wehrt sich eine kleine Gruppe gegen die Umsiedlung und verteidigt ihr Heim mit allen Mitteln. Das Pro und Kontra zieht einen tiefen Graben zwischen den Dorfbewohner/innen und trennt sogar Familien: Zwischen Gegnern und Befürworter/innen entspinnt sich ein Kampf um Eigentum, der sogar dazu führt, dass Kinder ihre Eltern enteignen lassen, um den Besitz an die Minenbetreiber zu verkaufen. ROSIA MONTANA arbeitet ein aktuelles Thema der Globalisierung facettenreich auf und zeigt so die gesamten Auswirkungen des wirtschaftlichen Projektes auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Dabei kommen alle Seiten zu Wort, auch die starken Befürworter/innen des Projekts wie der Bürgermeister, sodass ein wirklich differenziertes Bild entsteht. Zwischen politischer Korruption und Medienmanipulation droht ein Dorf zu zerfallen und zu einem Geisterort zu werden, immer unter dem Vorwand, die ökonomische Infrastruktur in der Gegend zu verbessern. Ein erbitterter Kampf von David gegen Goliath im Herzen Transsilvaniens.
(Text: dokfest Kassel)

Fabian Daub ist anwesend